∆s =kλ

∆s =kλ
13 Feb – 18 Apr 2026
Opening: 13 Feb 2026 | 6 – 9 pm
In der Ausstellung Δ s = k λ untersucht Sandra Schlipkoeter die Bedingungen von Wahrnehmung im Spannungsfeld von Linie, Licht und Raum. Der Titel, einer physikalischen Formel entlehnt, beschreibt kein geschlossenes System, sondern ein Verhältnis: minimale Verschiebungen, Differenzen und Abstände, aus denen messbare Veränderungen entstehen. In Schlipkoeters künstlerischer Praxis wird diese Denkfigur zu einem präzisen Modell des Sehens – eines Sehens, das nicht stabil ist, sondern sich aus Überlagerungen, Brechungen und zeitlichen Momenten zusammensetzt. Seit vielen Jahren arbeitet Schlipkoeter mit dem Phänomen der Interferenz, jener Überlagerung von Lichtwellen, die sowohl in natürlichen als auch in digitalen Bildwelten sichtbar wird. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind fotografische Beobachtungen von Bildschirm- und Kameralicht, deren vermeintliche Störungen – Linien, Flimmern, Verschiebungen – sie in einen malerischen Prozess überführt. Dabei geht es nicht um die Darstellung eines Motivs, sondern um die Übersetzung eines visuellen Ereignisses: Licht wird zur Struktur, Linie zum Träger von Bewegung und Dauer. Die gezeigten Arbeiten entwickeln sich aus der Malerei zu einem offenen Bildraum. Auf Papier und Neobond gearbeitete Schüttungen und Linienzeichnungen werden durch präzise gesetzte Einschnitte geöffnet, geschichtet und in neue räumliche Konstellationen überführt. Die Linie wird zum realen Eingriff in die Bildfläche, die ihre Geschlossenheit verliert und beginnt, sich zwischen Oberfläche, Wand und Raum zu entfalten. Vorder- und Rückseite, Positiv und Negativ, Fläche und Tiefe treten in ein instabiles Gleichgewicht. Im Zentrum der Ausstellung steht eine Wandarbeit, die aus zeichnerischen Setzungen der Interferenzlinien entwickelt ist und die formalen und inhaltlichen Fragestellungen bündelt. Neu sind Arbeiten, in denen Schlipkoeter ihre Auseinandersetzung mit Linie und Interferenz konsequent erweitert. In Objekten aus Papier und Harz wird die Linie nicht mehr allein als räumliche Struktur, sondern als zeitlich geschichteter Prozess erfahrbar. Transparenz, Schichtung und Materialität machen Verdichtung, Sedimentation und Dauer sichtbar. Sie erweitern den bisherigen Werkzusammenhang um eine zeitliche Dimension. Formen, die an Bohrkerne oder Schnitte durch geologische Schichten erinnern, verbinden Material, Farbe und Zeit zu räumlichen Konstellationen. Farbe erscheint hier nicht als Oberfläche, sondern als Tiefenphänomen: In Werken wie RGB und Phasenraum werden Farbwerte und Wellenlängen explizit aufeinander bezogen und als räumlich erfahrbare Relationen sichtbar. Interferenz wird nicht nur dargestellt, sondern materialisiert. Bei aller formalen Nähe zu abstrakten Bildtraditionen versteht Schlipkoeter ihre Arbeiten nicht als Abstraktionen im klassischen Sinn. Linie, Farbe und Interferenz bleiben an konkrete Lichtphänomene gebunden, an fotografische Vorlagen und reale Wahrnehmungssituationen. Auch dort, wo der Ursprung unsichtbar wird, bleibt der malerische Anspruch zentral: Jede Fläche, jede Linie ist Ergebnis eines kontrollierten, beinahe analytischen Arbeitsprozesses, der das Bild als präzise gesetzte Oberfläche begreift. Mit Δ s = k λ zeigt Sandra Schlipkoeter eine Werkgruppe, in der sich Malerei, Schnitt, Raum und Zeit wechselseitig bedingen. Die Arbeiten fordern ein Sehen, das Bewegung, Veränderung und Dauer mitdenkt. Wahrnehmung erscheint hier nicht als unmittelbare Gewissheit, sondern als sensibles System von Relationen – ein System, in dem kleinste Verschiebungen ausreichen, um das Ganze neu zu konfigurieren. Text: Katharina Schilling
Taubert
Contemporary
Knesebeckstr. 90
D-10623 Berlin
Wed – Sat | 12 am – 6 pm
art karlsruhe
Hall 2 | Booth G07

mit Arbeiten von
with works by
ALAIN DELORME | LIZA DIECKWISCH | DIONISIO GONZÁLEZ | AXEL LIEBER | MARKUS LINNENBRINK | SANDRA SCHLIEPKOETER | IGNACIO URIARTE | JAN VAN DER PLOEG | MARKUS WEGGENMANN | BEAT ZODERER
Februar 05. – 08. 2026
Mittwoch: 13 Uhr bis 20 Uhr (Preview)
Donnerstag bis Samstag: 11 Uhr bis 19 Uhr
Sonntag: 11 Uhr bis 18 Uhr.
DEUTSCHLANDFUNK
From Teresa Schomburg
Being an artist and a mother – for a long time, that was seen as impossible.
That was the credo in the art world, voiced by icons like Marina Abramović and Tracey Emin.
But what about today?
And why does it still seem easier for fathers to make art?
Directed by: Anna Panknin
Featuring: Lisa Hrdina, Tilla Kratochwil and Bettina Kurth
Sound and Engineering: Hermann Leppich
Editor: Thorsten Jantschek
Deutschlandfunk, 2025
Von Teresa Schomburg
Künstlerin und gleichzeitig Mutter sein – das geht auf keinen Fall. So lautete lang ein Credo in der Kunstwelt, vertreten von Ikonen wie Marina Abramović oder Tracey Emin. Wie sieht es heute aus? Und warum ist es für Väter offenbar leichter Kunst zu machen?
Regie: Anna Panknin
Mit: Lisa Hrdina, Tilla Kratochwil und
Bettina Kurth
Ton und Technik: Hermann Leppich
Redaktion: Thorsten Jantschek
Deutschlandfunk 2025
Deutschlandfunk Kultur
2024 I met with Thorsten Jantschek to introduce our project space in Berlin-Neukölln.
In his radio show „Stunde 1 Labor“ on Deutschlandfunk Kultur, he embarks on an exciting journey of discovery — and alongside four other project spaces, he also made a stop at Daniel Wiesenfeld and me at HilbertRaum.
His conclusion: project spaces are more important today than ever before. Why? You’ll find out in the episode.
I’m proud that HilbertRaum is one of the featured spaces. It’s a great compliment to all members of our space — and to all the artists we exhibit. All the more reason to celebrate our 10th anniversary this February with joy!Vor etwa fünf Monaten traf ich Thorsten Jantschek, um unseren Projektraum in Berlin, Neukölln vorzustellen.
2024 traf ich Thorsten Jantschek, um unseren Projektraum in Berlin, Neukölln vorzustellen.
In seiner Sendung „Stunde 1 Labor“ auf Deutschlandfunk Kultur begibt er sich auf eine spannende Entdeckungsreise und machte – neben vier anderen Projekträumen – auch Halt bei Daniel Wiesenfeld und mir im HilbertRaum.
Sein Fazit: Projekträume sind heute wichtiger denn je. Warum das so ist, erfahrt ihr in der Sendung.
Ich bin stolz, dass der HilbertRaum einer der vorgestellten Räume ist. Das ist ein großes Kompliment an alle Mitglieder unseres Raums und auch an alle Künstler*innen, die von uns ausgestellt werden. Umso schöner, dass wir im Februar unser 10-jähriges Jubiläum feiern dürfen!
Absolut hörenswert!
CATALOGUE
- This book represents ten years of my exploration of the fascinating phenomenon of interference. It offers insights into my paintings, works on paper, sculptures, and spatial installations.
But the best part: every single copy of this book is a work of art in itself. Its unique cover design makes this catalogue stand out and distinguishes it from the ordinary. So it’s much more than just another book for your shelf – it’s a creative piece in its own right that will enrich your space.
If you’re interested, email me at sandra.schlipkoeter@gmail.com or visit DISTANZ.
KATALOG
- In diesem Buch stecken zehn Jahre meiner Auseinandersetzung mit dem faszinierenden Phänomen der Interferenz. Es enthält Einblicke in meine Malerei, Papierarbeiten, Skulpturen und Rauminstallationen.
Aber das Beste daran: Jedes Exemplar dieses Buches ist ein Kunstwerk für sich. Der besondere Umschlag macht den Katalog einzigartig und hebt es aus der Masse hervor. Es ist also weit mehr als nur ein weiteres Buch für das Regal – es ist eine eigene kreative Arbeit, die euren Raum bereichern wird.
Bei Interesse email an sandra.schlipkoeter@gmail.com oder bei DISTANZ





- The artist Sandra Schlipkoeter (born 1979 in Solingen, lives and works in Berlin) uses the concept of interference as an overarching theme for her extensive body of work, which spans painting, sculpture, and installation. She studied at the Düsseldorf Art Academy under Professor Eberhard Havekost, whose influence was essential to the development of her photorealistic visual language.
Since 2012, her work has focused on photographically generated and painterly reproduced interferences of natural and digital light. These are translated into oil paintings, cut-outs made from fabric-like materials, and spatial installations. By experimenting with various forms of light and manipulating materials such as mirror film or paper—cutting, layering, and rotating them—she creates dynamic, energy-filled visual worlds.
This book presents work from the past seven years and includes texts by Gisela Elbracht-Iglhaut and Thomas Kuhn, as well as a conversation between Anna Matzek and the artist.
- Die Künstlerin Sandra Schlipkoeter (geb. 1979 in Solingen, lebt und arbeitet in Berlin) verwendet den Begriff der Interferenz als Oberbegriff für ihr umfangreiches Werk, das die Bereiche Malerei, Skulptur und Installation umfasst. An der Düsseldorfer Kunstakademie hat sie ihr Studium bei Professor Eberhard Havekost absolviert, der von essenzieller Bedeutung für die Entwicklung ihrer fotorealistischer Bildsprache ist. Seit 2012 stehen fotografisch erzeugte und malerisch reproduzierte Interferenzen des natürlichen und digitalen Lichts im Zentrum ihrer Arbeit, die sie in Ölgemälde, Cut-Outs aus gewebeartigen Strukturen und Installationen übersetzt. Indem sie mit den verschiedenen Erscheinungsformen des Lichts experimentiert und ihr Ausgangsmaterial wie Spiegelfolie oder Papier bisweilen zerschneidet, überlagert und dreht, schafft sie energiegeladene Bildwelten.
Das Buch umfasst das Werk der letzten 7 Jahre und enthält Texte von Gisela Elbracht-Iglhaut und Thomas Kuhn sowie ein Gespräch zwischen Anna Matzek und der Künstlerin.
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